Der Traum vom „Grünen Strom“

Es ist fast so wie mit der Wiedervereinigung, Viele haben davon geträumt, doch niemand hatte einen Plan in der Schublade. Die Wiedervereinigung war das Ergebnis eines Missverständnisses, welches einen politischen Tsunami auslöste, die Energiewende war das Ergebnis eines Tsunamis, welcher durch ein Erdbeben vor der Japanischen Küste ausgelöst wurde.

Beide Ereignisse hatten eine gewisse Wahrscheinlichkeit, doch gehandelt und geplant wurde erst nach dem auslösenden Ereignis. Die Protagonisten der rot / grünen Regierung unter Gerhard Schröder hatten zwar das  Ziel, nacheinander alle AKW in Deutschland abzuschalten, doch sie hatten keine Idee, wie man die fehlende Kraftwerkskapazität durch CO2 – freie Kapazitäten so ersetzt, dass das Stromnetz weiterhin stabil bleibt. An diesem Zustand hat sich auch nach dem letzten Ausstiegsbeschluss am 30.06.2011 ( 519 Ja – zu 79 Nein – Stimmen)  http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/2011/index.html, nichts Wesentliches geändert.

Dies zeigen u.a. bestimmte optimistische Zeitungsmeldungen, wie z.B.: „Schon wieder ein Solarpark am Netz und so und so viele Haushalte können mit alternativem Strom versorgt werden.“ Die Wahrheit ist: Nicht ein Haushalt kann qualitäts- und bedarfsgerecht versorgt werden, da der Solarstrom den zeitlichen Bedarf nicht abdecken kann. Bei einem Windenergiepark sind die Verhältnisse analog.
Der derzeitige Lösungsansatz, den notwendigen Energieausgleich der volatilen Einträge über einen nationalen und internationalen Energieaustausch zu organisieren, wird allgemein akzeptiert, aber spätestens, wenn der Anteil der regenerativen Erzeuger in der Nähe von 50% liegt, kommt das System an technisch/ physikalische Grenzen.

Machen wir eine einfache Überlegung: Wenn die Atomanlagen, die etwa eine jährliche Verfügbarkeit von 85% haben, durch Windgeneratoren ersetzt werden, die eine jährliche Verfügbarkeit von 20% haben, dann muss die installierte Leistung der Windgeneratoren etwa das vier- bis fünffache sein. Bei 20% Atomstromanteil wäre das 80% bis 100% installierte Windstromleistung. Wenn nun bei Starkwind diese Leistung ins Netz drückt, möglicherweise noch in der Nacht, dann kann kein Re- Dispatch das Überangebot ausgleichen.
Dennoch träumen einige davon, dass das Konzept der deutschen Energiewende für andere Länder Vorbildcharakter haben kann.